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Kinder stärken – wie funktioniert das?

Kinder stärken

Als Eltern wünschen wir uns, dass unsere Kinder für so manchen Sturm des Lebens gerüstet sind. In allem, was wir tun, wie wir die Beziehung und den Alltag gestalten, wie wir erziehen, versuchen wir, die Kinder zu stärken. Aber welches Bild haben wir eigentlich von einer starken Persönlichkeit? Wo soll die Reise hingehen?

It is easier to build strong children than to repair broken men.

Frederick Douglass

Was wünsche ich mir für mein Kind?

Machen wir eine kleine Fantasiereise in die Zukunft: Die Jahre vergehen und wir kommen am 18. Geburtstag Ihres Kindes an. Es ist groß geworden, es ist erwachsen, es ist mehr und mehr dabei, eigene Wege zu gehen. Sie sehen Ihr Kind an diesem Tag in der Zukunft und spüren Freude, Zutrauen und auch ein bisschen Stolz, denn Sie sehen, dass Ihr Kind sich zu einem wunderbaren jungen Erwachsenen entwickelt hat, der gut gerüstet ist für alles, was kommen mag.
Wenn Sie Ihr Kind so betrachten: Welche Stärken und Fähigkeiten nehmen Sie an ihm wahr? Und wie haben Sie im Rückblick dazu beigetragen, dass Ihr Kind diese Stärken entwickeln konnte?

Was sind Stärken eigentlich?

Ein starkes Kind, was ist das eigentlich? Ganz allgemein gesagt vielleicht ein Kind, das mit sich und der Welt gut klarkommt. Das spürt „ich werde geliebt“ und „ich kann etwas“. Und am besten auch „ich bin wichtig“. Ein Kind, das Vertrauen in sich und seine Umwelt aufbauen konnte. Das sich auskennt mit sich selbst, seinen Gefühlen und Beziehungen. Das gelernt hat, mit Belastungen und Anforderungen umzugehen. Das sich durchsetzen kann und gleichzeitig Rücksicht auf andere nehmen kann. Das lieben und streiten kann. Das sich Ziele setzen kann und für diese kämpfen – aber manchmal auch seine Meinung ändern kann. Ein Kind, das weiß, wann es wichtig ist nein zu sagen oder ja zu sagen oder auch mal „na gut“. Das sich selbst und andere beruhigen kann. Das einschätzen kann wo seine Stärken liegen, aber auch seine Grenzen kennt. Das sich etwas Gutes gönnen kann, aber auch gelernt hat manchen Versuchungen zu widerstehen. Ganz schön viele Ziele! Was fällt Ihnen dazu ein? Was ist Ihnen für Ihr Kind besonders wichtig?

Je nach Familienhintergrund, Persönlichkeit der Eltern und kulturellen Prägungen wird es ein etwas unterschiedliches Bild sein, was ein „starkes Kind“ ausmacht. Deshalb ist es gut, sich darüber Gedanken zu machen, um zu schauen: Was wünsche ich meinem Kind für die Zukunft? Und wie kann ich heute dazu beitragen, dass mein Kind sich gut entwickelt?

Starke Eltern – starke Kinder!

Das Fundament, auf dem Eltern ihre Kinder stärken können ist sich selbst zu stärken. Eine starke Mama/ ein starker Papa sind die beste Grundlage für eine gute Entwicklung. Eltern sind Leuchttürme für ihre Kinder, an denen sie sich orientieren können, die auch im Sturm sicher stehen und einen geschützten Hafen anzeigen. Also muss dieser Leuchtturm auch gewartet werden! Kümmern Sie sich gut um sich, um Ihre eigene Gesundheit und Zufriedenheit, um Ihre eigene Persönlichkeitsentwicklung – das ist die halbe Miete. Ein positives, sicheres Basiscamp ermöglicht den Kindern in die Welt rauszusegeln und dort Erfahrungen zu sammeln. Um das bieten zu können, brauchen auch Eltern manchmal Unterstützung – starke Kinder haben oft ein größeres Netzwerk hinter sich.

Wie zeige ich dem Kind dass es stark ist?

Wie zeigen Sie Ihrem Kind im Alltag, dass es geliebt wird? Dass es etwas kann und dass es wichtig ist? Ist es der kleine Zettel mit Herzchen in der Brotbox für die Kita? Ist es das Kuschelritual vor dem Einschlafen? Ist es das zuverlässige Dasein, wenn Ihr Kind Trost braucht? Ist es die Klarheit und Verlässlichkeit im Alltag? Ist es die Zeit, die Sie sich beim Abholen aus der Schule nehmen? Das Zuhören? Sind es die vielen kleinen Schritte des Loslassens, in denen Sie ihrem Kind zeigen, dass Sie ihm etwas zutrauen? Das erste Mal allein zum Bäcker gehen dürfen, den Schulweg allein machen, vom Dreier springen? Die Unterstützung, die Sie ihm geben, um eigene Freundschaften aufzubauen?

Als Eltern gebe ich Feedback ohne zu werten

Ist es die Art und Weise, wie Sie selbst Ihre Gefühle ausdrücken und dem Kind helfen, sich mit seinen eigenen zurechtzufinden? Dass Sie beim Wutanfall zum Beispiel versuchen zu verstehen, welchen guten Grund die Wut hat und dem Kind Möglichkeiten zeigen, mit ihr umzugehen? Dass Sie Machtkämpfen und Prinzipienreiterei aus dem Weg gehen und eher zusammen danach suchen, was jetzt hilft?
Vielleicht ist es auch die Art, wie Sie Ihrem Kind erstmal Fragen stellen, damit es lernt, sich selbst einzuschätzen, anstatt von außen bewertet und gesteuert zu werden. Zum Beispiel: Wie lange wirst Du heute für die Hausaufgaben brauchen? Hilft es Dir eher mit den leichten oder den schweren Aufgaben anzufangen? Was schaffst Du allein, wobei brauchst Du Hilfe? Wie zufrieden bist Du selbst mit deinem Ergebnis?

Eine gute Leitfrage für unser Verhalten dem Kind gegenüber ist: Was lernt mein Kind daraus? Oder: Ist das gerade hilfreich für das Kind und seine Entwicklung? Kommen wir so am Ende in der „guten Zukunft“ an, die wir uns anfangs vorgestellt haben?

An diesem Kompass können wir unsere Reaktionen ausrichten und unseren Kindern starke Begleitung auf ihrem Weg bieten.

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