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Schnuller- ja oder nein?

Schnuller ja oder nein?

Für manche Eltern ist er unverzichtbar. Andere meinen, er schadet dem Baby. Soll ich meinem Baby einen Schnuller geben?
Damit Sie grundsätzlich die Vor- und Nachteile eines Schnullers einschätzen können, sind hier die wichtigsten Fakten rund um das Thema Schnuller, Saugreflex des Kindes und Saugverwirrung in diesem Beitrag zusammengefasst.

Der Saugreflex

Der Schnuller fördert den natürlichen Saugreflex des Babys. Der Saugreflex ist angeboren. Dieser Reflex funktioniert schon bevor das Baby auf der Welt ist. Er dient sowohl der Nahrungsaufnahme über die Brust der Mutter oder über die Flasche als auch der Beruhigung.
Kurz gesagt, der Schnuller kann gelegentlich gut zur Beruhigung eingesetzt werden.

Schnullerdschungel: welcher ist der richtige Schnuller?

Ob Schnuller aus Silikon oder Latex, ist Geschmackssache. Eltern wählen gerne einen Schnuller aus Silikon, da er geschmacksneutral ist und höheren Temperaturen standhält. Zudem sieht er durch seine klare Optik hygienischer aus und altert etwas langsamer.
Babys wählen oft den weicheren Schnuller aus Latex, der für sie auch einen angenehmen Geschmack hat.
StillberaterInnen empfehlen Latex als Material für den Schnuller:

  • Latexschnuller sind haltbarer und reiß- und zugfest
  • Latexschnuller sind weicher als Silikonschnuller, die Zunge ist somit freier in ihrer Beweglichkeit.

Wichtig ist, dass der Schnuller möglichst leicht ist, am besten ist ein Gewicht von weniger als zehn Gramm. Die feinen Muskeln rund um den Kiefer werden dadurch weniger belastet.
Am besten wäre auch ein symmetrisch geformter Nuckel, welcher von beiden Seiten gleich aussieht.

Braucht das Baby einen Beruhigungsnuckel?

Der Nucki fördert den natürlichen Saugreflex. So kann er beispielsweise eine tolle Unterstützung sein, damit das Baby besser einschläft. Er soll aber auf keinen Fall als „Allheilmittel” eingesetzt werden. Also bieten Sie Ihrem Baby nicht dauerhaft über den ganzen Tag einen Schnuller an, sondern nur dann, wenn es ihn wirklich braucht.
Er ist vor allem dann zum Einschlafen hilfreich, wenn das Baby nicht oder nicht mehr gestillt wird und das Baby daher nicht an der Brust einschlafen kann.
Es gibt aber auch Säuglinge, die einfach keinen Schnuller im Mund haben möchten und ihn als Fremdkörper ablehnen. Das sollten die Eltern auf jeden Fall akzeptieren.

Saugverwirrung- gibt es sie wirklich?

Der Begriff Saugverwirrung fällt oft in Zusammenhang mit Stillen, Flaschennahrung und Schnuller. Eine Saugverwirrung kommt zustande, wenn das Baby oft zwischen Trinkflasche, Schnuller und Brust wechselt. Die Lippen des Babys umschließen dann manchmal nicht mehr die ganze Brustwarze. Dies hat zur Folge, dass es so nicht mehr genügend Milch saugen kann – es kann sein, dass die mütterliche Brust dann schmerzt.

Aber es kann aber auch zur Saugverwirrung kommen, wenn der Schnuller zu früh eingesetzt wird. Dies kann die Stillbeziehung zwischen Mutter und Säugling negativ beeinflussen.
Sollten Sie das Gefühl haben, das Baby könnte unter einer Saugverwirrung leiden, wenden Sie sich vertrauensvoll an Ihre Hebamme oder einer Stillberaterin. Sie hat wertvolle Tipps zum Thema.

Schnullerentwöhnung – Wann ist der richtige Zeitpunkt?

Der Schnuller sollte nicht zu lange eingesetzt werden. Es wird empfohlen, dass mit dem Nuckel spätestens zum dritten Geburtstag Schluss sein sollte. Besser sogar noch früher- je früher, desto besser. Im Alter von etwa sieben Monaten bis circa ein Jahr wäre bereits eine Entwöhnung sinnvoll. Grund dafür ist, dass die Entwicklung der Zunge des Säuglings durch das zu lange Saugen am Schnuller verlangsamt werden kann und es zu Zahnfehlstellungen und Verformungen des Kiefers kommt. Ebenso kann sich eine Sprachfehlentwicklung einstellen. Je länger der Schnuller im Einsatz ist, desto wahrscheinlicher wird der Gang zum Kieferorthopäden im Schulkindalter.

Schnuller ja oder nein? Wie bei den meisten Dingen im Leben geht es also auch beim Schnuller um das gesunde Mittelmaß.

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